Das Tabu der (Homo)sexualität in der Jugendarbeit
“Schwule Jungs, lesbische Mädchen in meiner Jugendgruppe? Die gibt es nicht, das Thema betrifft mich nicht!” Sehen Sie das genauso?
Dann geht es Ihnen vielleicht auch so wie vielen Jugendlichen selbst, dass Sie zwar über Homosexualität viele Vorurteile und Schimpfworte kennen, aber kaum Genaueres darüber wissen.
In diesem Fall ist unser Infoabend für Sie das Richtige, denn wir werden dabei folgende Themen behandeln:
- Wie ist die Lebenssituation schwuler und lesbischer Jugendlicher?
- Was ist das Comingout und wie läuft es ab?
- Wie können Vorurteile gegenüber Schwulen und Lesben aufgebrochen werden und wie kann Diskriminierung und Mobbing in meiner Einrichtung verhindert werden?
- Welche Hilfestellung können Sie homosexuellen Jugendlichen geben, welche Anlaufstellen gibt es für sie?
Termin: Dienstag, 18.10.2011
um 18 UhrOrt: Beratungsstelle pro familia, Amalienstraße 25, 76133 Karlsruhe Referenten: Viridiana Alcántara, Andreas Müller und Markus Elbert Kosten: 5 EUR, keine Anmeldung erforderlich
Diese Veranstaltung wird gemeinsam mit pro familia und der Schwung – Schwule Bewegung Karlsruhe e.V. durchgeführt.
Informationsabend für Eltern homosexueller Kinder
Das Coming-out Ihres Kindes bedeutet, dass auch Sie als Eltern mit dem Thema Homosexualität konfrontiert sind: Wie gehen wir damit in unserer Familie und im Freundeskreis um? Wie sieht die Zukunft unseres Kindes aus? Ist das vielleicht nur eine pubertäre Phase?
Vielleicht hat sich Ihr Kind in den letzten Jahren von Ihnen immer weiter entfernt und Sie hatten Angst den Kontakt zu verlieren. Doch mit dem Coming-out hat Ihr Kind Mut gezeigt und den ersten Schritt auf Sie zu gemacht, nutzen Sie diese Chance!
Bei dieser Veranstaltung wollen wir versuchen, all Ihre Fragen zu beantworten, Ihnen Hilfestellung zu geben und verschiedene Themen gemeinsam zu diskutieren. Bei all dem soll der Erfahrungsaustausch mit anderen Eltern nicht zu kurz kommen.
Termin: Mittwoch, 12.10.2011
um 19 UhrOrt: Volkshochschule, Kaiserallee 12e, 76133 Karlsruhe, Raum 401 Referenten: Viridiana Alcántara, Matthias Gottfried, Andreas Müller und Markus Elbert Kostenlos, keine Anmeldung erforderlich
Diese Veranstaltung wird in Zusammenarbeit mit der Sozial- und Jugendbehörde der Stadt Karlsruhe, Volkshochschule Karlsruhe und der Schwung – Schwule Bewegung Karlsruhe e.V. durchgeführt.
DVD-Abend der Jugendgruppe
Die Tage werden kürzer, die Abende länger und kühler. Ein DVD-Abend ist da genau das Richtige.
Am Freitag, 30.09. treffen wir uns ab 20 Uhr und genießen dank Leinwand und Beamer, Kuschelsofas und Knabberzeugs (bitte mitbringen!) unsere Filme.
Hast du Interesse mit dabei zu sein? Dann schicke uns doch eine kurze Mail an: (Aktiviere Javascript, um die Email-Adresse zu sehen)
60 Jahre Stadtjugendausschuss Karlsruhe – Die Schwung ist dabei
Der Stadtjugendausschuss in Karlsruhe feiert dieses Jahr sein 60-jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass gibt es unter dem Motto “60 Jahre – 60 Aktionen” in der Zeit vom 14. bis 16. Oktober, verteilt über die ganze Stadt, 60 Veranstaltungen der einzelnen Mitgliedsverbänden.
Auch wir sind mit unserer Jugendgruppe Mitglied im Stadtjugendausschuss und machen bei der Aktion mit. Am 14. Oktober können zwischen 18:30 und 19:30 Uhr Interessierte am Gruppenabend unserer Jugendgruppe für bisexuelle und schwule Jungs zwischen 14 und 27 Jahren teilnehmen.
Weitere Informationen zu der Jubiläumsaktion “60 Jahre – 60 Orte” findet ihr, wenn ihr auf das Bild klickt.
Besuch CSD in Stuttgart am 30.07.2011
Am 30.07.2011 findet in Stuttgart der alljährliche CSD statt. Gemeinsam
mit anderen Karlsruher Gruppen wollen wir in Stuttgart unter dem Motto
“GENERATION ZUKUNFT – Alle Menschen sind gleich?!” für gleiche Rechte
demonstrieren.
Wie jedes Jahr, fahren wir auch diesmal gemeinsam mit dem Zug nach
Stuttgart. Treffpunkt ist um 12:45 Uhr am Hauptbahnhof unter der großen
Anzeigetafel. Haltet einfach nach der Regenbogenfahne Ausschau. Bitte
kommt rechtzeitig, damit die Aufteilung auf BaWü-Tickets noch
organisiert werden kann.
Abfahrt ist um 13:19 Uhr auf Gleis 10, ankommen in Stuttgart tun wir um
14:39 Uhr. Vom Hauptbahnhof in Stuttgart fahren wir zusammen zum
Startpunkt der Parade. Die Parade beginnt um 16 Uhr.
Alle unter 27 Jahren sind traditionell zur Jugendbegegnung in der
Stuttgarter Weissenburg eingeladen. Diese geht von Freitag bis Sonntag.
Ich denke Last-Minute-Anmeldungen sollte noch möglich sein:
http://www.ihs-ev.de/termine/60-jugendbegegnung-zum-csd-stuttgart-2011.html
Wir wünschen schon mal jetzt viel Spaß in Stuttgart.
Jugendbegegnung zum CSD (03.-05. Juni)
Zum CSD-Wochenende in Karlsruhe laden wir ganz herzlich Jungs zwischen 14 und 27 Jahre zur Jugendbegegnung nach Karlsruhe ein. Gründe zum Feiern gibt es genug: Nach mehr als 10 Jahren gibt es in Karlsruhe endlich wieder einen CSD, unsere Jugendgruppe wir 3 Jahre alt und Lambda Baden-Württemberg hält seine Mitgliederversammlung in Karlsruhe ab.
Wir freuen uns schon jetzt auf viele Anmeldungen! Bitte gebt uns bis 25.05.2011 Bescheid ((Aktiviere Javascript, um die Email-Adresse zu sehen)), ob und mit wie vielen Leuten ihr kommen wollt, damit wir alles organisieren können. Solltet ihr euch jetzt schon sicher sein, haut rein in die Tasten und gebt uns direkt Bescheid.
Folgenden Ablauf haben wir uns überlegt:
| Freitag 03.06.2011 | |
| ab 18 Uhr | Anreise |
| 19 Uhr | gemeinsames Abendessen |
| 20 Uhr | Mitgliederversammlung Lambda Badenwürttemberg |
| 21 Uhr | Wer Lust hat, kann abends auf die CSD-Opening-Party von der Queerbeet-Hochschulgruppe gehen. Wer es lieber ruhiger mag, kann den Abend mit den Leuten der anderen Gruppen verbringen. |
| Samstag 04.06.2011 | |
| ab 10:30 Uhr | gemeinsames Frühstück im Cafe Emaille |
| 13 Uhr | Jetzt wird’s ernst: Gemeinsam gehen wir Richtung CSD Parade. Dort werden wir gemeinsam “Fahne zeigen”. Der genaue Ablauf nach der Parade steht noch nicht fest. |
| ab 22 Uhr | Abends kann bei der offiziellen CSD-Party im Rosapark nochmal so richtig abgetanzt werden (http://www.rosapark.de/). Wer es lieber ruhiger mag, kann den Abend auch gemütlich bei uns im Gewerbehof ausklingen lassen. |
| Sonntag 05.06.2011 | |
| ab 10:30 Uhr | Am Sonntag lassen wir das Wochenende mit einem Frühstück im Café Palaver im Gewerbehof (http://www.cafepalaver.de/) ausklingen. Hier kann man schön und ruhig draußen sitzen. |
Übernachtungsmöglichkeiten versuchen wir privat zu organisieren. Für das gemeinsame Abendessens und für das Grillen bitten wir um eine Spende in unsere Jugendgruppenkasse. Die Kosten für das Frühstück trägt jeder selbst. Für Fahrten innerhalb von Karlsruhe gibt es eine Tageskarte vom Verkehrsverbund. Diese kostet 4,90 Euro. Weitere Infos zu Anfahrt, etc. erhaltet ihr rechtzeitig von uns zugemailt.
Eure Karlsruher Jugendgruppe “Schwule Jungs”
Schwung-Programm als Kalenderdatei
Liebe Mitglieder und Freunde,
damit ihr immer auf dem Laufenden seit und alle unsere Termine im Auge habt, gibt es die Schwung Termine jetzt als Kalenderdateien.
Die Dateien können in jeden gängigen Kalender einfach importiert werden.
Auf Android Telefone lassen sich die Kalender am einfachsten über die Googlemailoberfläche importieren.
Das Iphone (iOS 4.2.1) öffnet die Dateien nur, wenn die in einer Mails als Anhang vorliegen. Ein Download von einer Webseite war beim Test nicht möglich. Können die Dateien geöffnet werden so wird eine Übersicht aller Termine angezeigt. Es lassen sich dann wahlweise einzelne oder alle Termine gleichzeitig importieren.
Da wir dies zum ersten Mal probieren, wären Rückmeldungen (positiv wie negativ) an (Aktiviere Javascript, um die Email-Adresse zu sehen) super.
Vielen Dank schon mal im voraus
Euer Vorstand
CSD Karlsruhe 2011
Ihr habt es ja bereits hier in unserem Programm und auch in unserem gedruckten Faltblatt, das aktuell in Karlsruhe ausliegt, lesen können: Karlsruhe bekommt dieses Jahr nach langer Pause (1999 war der letzte) wieder einen CSD! Und in wenigen Wochen ist es auch schon soweit: Am 4. Juni eröffnet Karlsruhe Deutschlands CSD-Saison. Ab 14 Uhr zieht an dem Samstag eine Demoparade mit LKWs, PKWs, Fußgruppen und allem was dazu gehört durch die Fächerstadt. Sie endet mit einer Kundgebung am Friedrichsplatz. Anschließend findet ein Hoffest mit Bühnenprogramm sowie Speis und Trank zu fairen Preisen statt, bei dem sich Gruppen und Initiativen mit Ständen präsentieren können. Am späteren Abend schließt sich an das Fest direkt vor Ort die Kultparty Rosapark an.
Aber damit nicht genug! Am ganzen verlängerten Wochenende (Christi Himmelfahrt) gibt es Programm in Karlsruhe. Für jeden Geschmack ist in der CSD-Woche was dabei: Die Queerbeet Hochschulgruppe macht eine Warm-up Party, der Sportverein Uferlos lädt zu Radtour und Wanderung ein, der Rubclub veranstaltet Fetischparties, die Gaststätten Gurke, Flux und Rim-Wang sowie die Blubar l’Orologio und das Kaffeehaus Schmidt haben an diesem Wochenende Spezialangebote im Programm, und sonntagabends findet ein christlicher Gottesdienst für Lesben, Schwule, Bi-, Trans- und Sonstwiesexuelle und ihre Freunde statt. Orte und Zeiten aller Einzelveranstaltungen des Rahmenprogramms findet man natürlich detailiert auf www.csd-karlsruhe.de.
Die Schwung ist dabei! Wenn auch ihr dabei sein wollt: Nur zu! Für eine Paradenteilnahme als Einzelne/r ist keine Anmeldung erforderlich. Gruppen und Initiativen, die an Parade und/oder Hoffest teilnehmen möchten, bittet die CSD-Orga um eine Anmeldung. Am einfachsten geht das per Web-Formular. Und wenn ihr noch was zum Rahmenprogramm hinzufügen wollt, dann mailt einfach an die CSD-Orga (Aktiviere Javascript, um die Email-Adresse zu sehen).
Wir freue uns für Karlsruhe, dass es endlich wieder einen eigenen CSD hat!
Ministerpräsident Winfried Kretschmann – “Warum ich Ihrer Aufforderung nicht nachkommen kann”
Dass bis vor kurzem noch Unvorstellbare ist geschehen: Die CDU ist nach 58-jähriger Regierungszeit in Baden-Württemberg abgewählt worden. Und das noch Unvorstellbarere: Nicht die SPD stellt den nächsten Ministerpräsidenten, sondern Bündnis 90/Die Grünen.
Doch wer ist dieser neue Mann, Winfried Kretschman, an der Spitze von Baden-Württemberg? Können wir Schwule und Lesben uns von ihm berechtigt eine Verbesserung unserer rechtlichen Situation erhoffen?
Sehr interessant ist in diesem Zusammenhang ein offener Brief (Quelle), den Winfried Kretschmann als Mitglied des Landtages im August 2003 an den damaligen Kardinal Joseph Ratzinger und heutigen Papst Benedikt XVI geschrieben hat. Der Titel des Briefes lautet:
Erwägungen zu den Entwürfen einer rechtlichen Anerkennung der Lebensgemeinschaften zwischen homosexuellen Personen
Sehr geehrter Herr Kardinal Ratzinger,
Sie haben sich wegen der gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften an die katholischen Politiker gewandt. Deswegen möchte ich Ihnen in der gebotenen Kürze meine Beweggründe darlegen, weshalb ich Ihrer Aufforderung, solche Lebensgemeinschaften nicht rechtlich zu verankern, nicht nachkommen kann.
Meine allererste und grundlegendste Verpflichtung als demokratischer Politiker ist die Achtung und der Schutz der unantastbaren Würde jedes Menschen und der unverletzlichen und unveräußerlichen Menschenrechte, die sich aus ihr ergeben. Unantastbarkeit meint ja gerade, dass die Menschenwürde ein unhintergehbarer Wert ist, die jedes Mitglied der menschlichen Gattung von Anfang an hat. Ihr Besitz ist an keinerlei weitere Kriterien oder Bedingungen geknüpft, insbesondere nicht an solche der natürlichen Konstitution oder Verfasstheit des Menschen, also auch nicht an seine sexuelle Orientierung.
Das heißt aber nichts anderes, als dass Homosexuelle vollwertige Mitglieder der menschlichen Gemeinschaft sind. Diese Anerkennung ist ihnen bis in die jüngste Zeit versagt geblieben. Sie mussten von subtilen Diskriminierungen bis zu schweren Verfolgungen viel Leid erfahren. Damit muss der demokratische Rechtsstaat radikal Schluss machen und sie in ihr volles Recht setzen. Gerade weil Homosexuelle eine kleine Minderheit sind, hat die Politik die Pflicht, dafür zu sorgen, dass sie im Rahmen der Verfassungs- und Rechtsordnung ihre Persönlichkeit frei entfalten können, solange sie nicht die Rechtsgüter anderer verletzen. Nach allem, was wir heute – im Gegensatz zu den biblischen Autoren – über Homosexualität wissen, ist sie eine normale, in der Regel unveränderbare Variante der menschlichen Sexualentwicklung. Deswegen können homosexuelle Neigungen logischerweise nicht “objektiv ungeordnet” sein, Homosexuelle Handlungen verstoßen damit auch nicht gegen das Sittengesetz. Folglich haben gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften keinen unsittlichen Charakter. Die sie eingehen nehmen ihr Recht in Anspruch, ihre persönliche Lebensführung frei von staatlicher Bevormundung in eigener Verantwortung zu gestalten, wie es eine freiheitliche Gesellschaftsordnung jedem ihrer Mitglieder gewährt.
Es gibt auch keinen Grund, Homosexuellen das Institut einer eingetragenen Lebenspartnerschaft vor zu enthalten, in dem ihre Rechte und Pflichten geregelt sind, Im Gegenteil. Wenn Menschen vor der Öffentlichkeit eine Partnerschaft eingehen, bekennen sie damit, dass sie dauerhaft füreinander sorgen und einstehen wollen, sie gehen damit z.B. Unterhaltsverpflichtungen ein, die bekanntermaßen auch nach einer Trennung weiter bestehen. Der Staat unterstützt und fördert sozial gesinnte und sozial tätige Gemeinschaften aller Art. Warum sollte er diese Unterstützung ausgerechnet gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften verwehren? Dass der Staat insbesondere Familien mit Kindern fördert und bei knappen Ressourcen seine Mittel auch hier konzentrieren sollte, steht dabei außer Frage.
Warum eingetragene gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften die Institution der Ehe beeinträchtigen und gefährden sollen, oder gar die Familie opfern, kann ich nicht nachvollziehen. Gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften als rechtliches Institut werden von einem kleinen Teil der vier bis fünf Prozent homosexueller Menschen eingegangen. Wie sollen sie die Ehe entwerten, die nur Heterosexuelle eingehen können, zu der sie also gar nicht in Konkurrenz stehen? Doch nur, wenn man von der These ausgeht, dass man homosexuell wird, weil man dazu direkt oder indirekt “verführt” wird, wie es an verschiedenen Stellen Ihrer Erklärung durchklingt. Diese “Verführungsthese” aber hält einer kritischen Prüfung nicht stand.
Das Gesetz zu den gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften sieht eine Adoption nicht vor. Ihr Vorwurf allerdings, dass eine mögliche Adoption von Kindern durch gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften diesen Gewalt antun würde, weil sie eine normale Entwicklung durch das Fehlen der geschlechtlichen Bipolarität behindere, scheint mir eher eine Vermutung zu sein als eine empirische gesicherte These.
Die kirchliche Argumentationslinie des “natürlichen Sittengesetzes” im Zusammenhang mit der Frage der Sexualmoral wirft allerdings Fragen grundsätzlicher Natur auf. Ich kann sie an dieser Stelle nicht vertiefen. Seit der Enzyklika “Humanae Vitae” sind sie schon vielfach intensiv erörtert worden. Jedenfalls kann das, was dem Menschen “von Natur aus” mitgegeben ist, weder sittlich noch unsittlich sein, also im moralischen Sinn “ungeordnet”.
Die Trennung von Sexualität und Fortpflanzung ist in der Hominisation ein eindeutiger Trend. Im Laufe der stammesgeschichtlichen Entwicklung des Menschen wird die menschliche Sexualität deshalb außerordentlich “plastisch”, kann dadurch eine mehr und mehr “soziale Seite” bekommen, bis sie, wie Sie so schön formulieren, “auf eine personale Ebene gehoben wird, wo Natur und Geist sich miteinander verbinden”. Warum dies bei gleichgeschlechtlicher Sexualität nicht so sein kann, ist für mich nicht ersichtlich. Dass Sie in diesem Zusammenhang sexuellen Beziehungen außerhalb der Ehe implizit die Menschlichkeit absprechen, geht bei allem Respekt vor Ihrer Position entschieden zu weit und ist wirklich schwer erträglich.
Schließlich bin ich fest davon überzeugt, dass ich mich mit meiner politischen Haltung zu Homosexuellen nicht nur nicht in Widerspruch zu meinem christlichen Glauben befinde, sondern dass er mich gerade zu dieser Haltung ermutigt und auffordert. Nächstenliebe ist das Fundament der christlichen Ethik. Gerade der “Fremde” ist der Nächste, den wir lieben sollen. Auch “die ganz anderen” gehören zu uns ganz dazu. Keiner darf an den Rand der Gemeinschaft gedrängt werden, egal wie er gestrickt ist. Sollen Homosexuelle, die ihre sexuelle Orientierung auf ihren Lebensweg mitbekommen haben, von uns Christen dafür bestraft werden, indem wir ihnen verbieten, Beziehungen einzugehen und zu leben, die ihrem “so sein” entsprechen? Gewiß nicht. Denn unser Gott ist ein liebender und gerechter Gott. Katholisch heißt doch wohl, die Frohe Botschaft Jesu gilt für alle. Homosexuelle und andere diskriminierte Minderheiten vom Rand in die Mitte der Gesellschaft zu holen, sehe ich als eine meiner Aufgaben an, die mir als demokratischer Politiker wie als Christ aufgegeben sind.
Mit freundlichen Grüßen
Winfried Kretschmann MdL
Informationsveranstaltung für Eltern homosexueller Kinder
Das Coming-out Ihres Kindes bedeutet, dass auch Sie als Eltern mit dem Thema Homosexualität konfrontiert sind: Wie gehen wir damit in unserer Familie und im Freundeskreis um? Wie sieht die Zukunft unseres Kindes aus? Ist das vielleicht nur eine pubertäre Phase?
Vielleicht hat sich Ihr Kind in den letzten Jahren von Ihnen immer weiter entfernt und Sie hatten Angst den Kontakt zu verlieren. Doch mit dem Coming-out hat Ihr Kind Mut gezeigt und den ersten Schritt auf Sie zu gemacht, nutzen Sie diese Chance!
Bei dieser Veranstaltung wollen wir versuchen, all Ihre Fragen zu beantworten, Ihnen Hilfestellung zu geben und verschiedene Themen gemeinsam zu diskutieren. Bei all dem soll der Erfahrungsaustausch mit anderen Eltern nicht zu kurz kommen.
Termin: Mittwoch, 13.04.2011
um 19 UhrOrt: Volkshochschule, Kaiserallee 12e, 76133 Karlsruhe, Raum 7, EG Referenten: Viridiana Alcántara, Andreas Müller und Markus Elbert Kostenlos, keine Anmeldung erforderlich
Diese Veranstaltung wird in Zusammenarbeit von der Sozial- und Jugendbehörde der Stadt Karlsruhe, Volkshochschule Karlsruhe, Schrill im April und der Schwung – Schwule Bewegung Karlsruhe e.V. durchgeführt.






